Preisträger-Videos 2013 online

Die Filme der Förderpreisträger-Projekte „Ungehindert engagiert“, „Tauchen für den Naturschutz“ und „Trave-Kids auf Flusssafari“ sind fertig! |Zur Meldung >>

Deutscher Naturschutzpreis 2013 verliehen

Förderpreise gehen an Projekte aus Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Auenexperte Prof. Emil Dister erhält den Ehrenpreis. Online-Abstimmung kürt 20 Gewinner mit dem Bürgerpreis. |Zur Meldung >>

Bewerbungsphase 2013 beendet

Die Bewerbungsfrist für den Deutschen Naturschutzpreis ist beendet. Die Preisverleihung findet am 30. August 2013 in Bonn statt. |Zur Meldung >>

Bürgerpreis 2013 - So haben Sie entschieden: zu den Ergebnissen
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Die Preisträger 2012

Projekt Natur findet Stadt-Kultur, Leipzig
Projekt Natur findet Stadt-Kultur, Leipzig
Projekt Permakultur in Aktion – ein Bürgergarten entsteht, Berlin
Projekt Permakultur in Aktion – ein Bürgergarten entsteht, Berlin
Projekt Natürlich.WasSerleben.Augsburg, Augsburg
Projekt Natürlich.WasSerleben.Augsburg, Augsburg
Dr. Heidrun Heidecke erhält den Ehrenpreis
Dr. Heidrun Heidecke erhält den Ehrenpreis

Kategorie Ehrenpreis

 

Förderpreis: Natur findet Stadt-Kultur

Projektträger: Stiftung Bürger für Leipzig

Streuobstwiesen wecken - Apfelernte beim Ökolöwen, Foto: Stiftung Bürger für Leipzig

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Grünflächen erleben und gestalten

Leipzig ist eine grüne Stadt. Auenwald, Parks und Gärten, Kleingärten und grüne Innenhöfe prägen die Stadt und ihr Umland. Zum Stadtbild gehören auch zahlreiche Brachflächen. Mit dem Rückbau von Industrieanlagen und Wohngebäuden sind Freiflächen entstanden, auf denen die Natur in ihrer ganzen Vielfalt in der Stadt wieder Fuß fasst. Mit dem Projekt „Natur findet Stadt-Kultur“ soll das Bewusstsein und das Engagement der Bürger für all diese Formen grüner Freiräume gestärkt und gebündelt werden. 

Dafür startet die Stiftung „Bürger für Leipzig“ als Träger in enger Kooperation mit vielen Akteuren aus den Bereichen Natur, Kunst und Kultur das „Leipziger Gartenprogramm 2013“. Im Jahresverlauf laden vielfältige Aktionen zum Naturerleben mit allen Sinnen ein. Die Bürger werden motiviert, in gemeinschaftlichen Initiativen vakante Grünflächen in Patenschaft zu nehmen und zu gestalten.

Zum Gartenprogramm erscheint ein eigenes Gartenmagazin als Beilage im Leipziger Stadtmagazin „Kreuzer“. Darin sind alle Hintergründe, geplante Aktionen und Termine im Jahresverlauf aufgeführt.

Bürger pflegen Parkanlagen

Ein wesentlicher Baustein des Gartenprogramms 2013 ist eine Seminarreihe zur Ausbildung ehrenamtlicher Parkpfleger. Den Teilnehmern wird das Basiswissen zum Thema „Naturschutz und Gartendenkmalpflege“ vermittelt. Zudem sind praktische Pflegeeinsätze in Leipziger Park- und Grünanlagen geplant. Mitmachen und Gestalten ist auch bei den „Offenen Gärten“ gefragt. Es geht um die Wiederentdeckung der Landwirtschaft in der Stadt – mit neuen Formen der Gemüseproduktion und Bewirtschaftung von Streuobstwiesen als Beitrag zur Stadtentwicklung.

Unter dem Motto „Der Stadtnatur auf der Spur“, werden diverse thematische Führungen und Touren angeboten. Dazu gehören unter anderem kulturgeschichtliche, botanische und vogelkundliche Exkursionen unter fachkundiger Anleitung, aber auch Geocaching zur selbständigen Natur-Suche.  Im Leipziger Osten mit vielen ungenutzten Brachflächen soll mit diversen Kunst- und Pflanzaktionen die Idee eines neuen Parkbogens weiter entwickelt werden.

Der Park des Jahres

Für Jugendliche wird ein Medien-Wettbewerb im Rahmen der „Leipziger Visionale“ initiiert. Kinder und Jugendliche sollen sich in den Kategorien Radio, Video und Fotografie mit dem Thema „Naturraum Park“ auseinandersetzen. Zur medialen Begleitung des Gartenprogrammes wird es zudem eine Internetseite sowie einen Blog im Internet geben. Dort geht es auch um den „Park des Jahres“, der im Rahmen des Gartenprogramms ausgelobt wird und einen wichtigen Veranstaltungsort und Ausgangspunkt vieler Initiativen des Projektes darstellt. Vorgesehen ist dafür die Nominierung des „Richard Wagner Hains“. Da im Jahr 2013 der 200. Geburtstag Richard Wagners ansteht, bieten sich weitere interessante  Möglichkeiten zur Verzahnung von Natur und Kultur.

Website: www.garten-leipzig.net

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Förderpreis: Permakultur in Aktion – ein Bürgergarten entsteht

Projektträger: Verein Kids & Co aus Berlin. Webseite: www.kids-und-co.de

Modell der künftigen "Hellen Oase" mit Bürgergarten, Spiel-, Sport- und Erholungsflächen. Foto: Verein KIDS & CO.

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Versiegelte Brache wird zum Öko-Garten

Hellersdorf-Nord ist ein sozialer Brennpunkt am östlichen Stadtrand von Berlin. Mitten im Zentrum von Berlin-Marzahn sind große Brachflächen vorhanden. Eine davon wird jetzt – mit fachlicher Unterstützung – von interessierten Anwohnern gemeinsam in einen blühenden Nutzgarten umgewandelt. Das Projekt „Permakultur in Aktion – Ein Bürgergarten entsteht“ soll nicht nur das Bewusstsein für Natur in der Stadt vermitteln und die Attraktivität des Wohngebietes steigern. Der Garten dient auch als interkulturelle Kommunikationsplattform. Er fördert die Integration von Bürgern jeden Alters, Geschlechts, Bildungsstands und Herkunft.

Die Ausgangslage ist ein 1000 Quadratmeter großes Gelände, das auf einer 30 Zentimeter dicken, isolierenden Beton-Recycling-Tragschicht nur spärlichen Bewuchs aufweist. Die Teilnehmer des Projektes werden über zwei Jahre hinweg darauf ökologisch wertvolle Hoch- und Hügelbeete sowie Rabatten anlegen, um gemeinsam Blumen, Stauden, Obstgehölze und Gemüse zu säen, pflanzen, pflegen und zu ernten. Ein Kompost, eine Kräuterspirale und andere Gartenelemente ergänzen das Projekt. Die Anlage und Bewirtschaftung des Gartens erfolgen nach den Prinzipien der Permakultur. So entsteht ein hochwertiges Biotop mit hoher Biodiversität als grüner Anziehungspunkt im Bezirk.

 

Frühlings- und Erntefeste

Der Bürgergarten wird nahezu vollständig von Freiwilligen gemeinschaftlich geplant, angelegt und bewirtschaftet. Ihnen stehen zur fachlichen Anleitung ein Gärtner und zwei Biologinnen zur Seite. Hinzu kommen Jugendliche aus berufsorientierten Werkstätten des gemeinnützigen Jugendhilfe-Vereins KIDS & CO. Sie übernehmen helfende Tätigkeiten in der Gestaltung und der Pflege der Anlage.

Neben der alltäglichen Arbeit im Garten werden verschiedene Workshops zum Thema Umweltbildung und Naturschutz angeboten, zum Beispiel Gartengestaltung, Kompostanlage oder der Bau von Insektenhotels. Frühlings- und herbstliche Erntefeste fördern die Gemeinschaft und bieten Gelegenheit, die Leistungen der Freiwilligen zu würdigen.

Imagefilm

Der Bürgergarten soll mit seinem integrativen und partizipativen Ansatz eine breite Bevölkerungsschicht aus verschiedenen Zielgruppen ansprechen: Kinder- und Jugendliche werden ermutigt, sich aktiv für Umwelt- und Naturschutz einzusetzen. Anwohner bekommen die Möglichkeit, ihre Freizeit mit Gartenarbeit zu füllen und ihr Bewusstsein für Stadtnatur zu schärfen. Rentner können dort ihr umfangreiches gärtnerisches Wissen weitergeben und generationsübergreifend Kontakte aufbauen. Freiwillige mit Migrationshintergrund bekommen die Chance, zum Beispiel über landestypische Pflanzungen, ein Stück ihrer Heimatkultur nach Berlin zu holen. Das Naturerlebnis fördert so auch die sozialen Kontakte. Entsprechend großen Wert legt das Projekt auch auf die Kommunikationsarbeit. Broschüren, Flyer und eine Internetseite informieren über das Projekt. Ein Blog berichtet über die tägliche Arbeit sowie Sonderaktionen im Garten. Soziale Netzwerke werden genutzt. Zudem wird ein Image-Film über die Projektentstehung und den Projektverlauf gedreht, der online zu sehen sein wird.

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Förderpreis: Natürlich.WasSerleben.Augsburg

Projektträger: Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg
Webseite: www.lpv-augsburg.de

http://www.lpv-augsburg.de

Am Stadtgraben. Foto: Nicolas Liebig

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Die Vielfalt der Stadtgewässer erleben

Augsburg ist eine Stadt des Wassers. 170 Kilometer lang ist das Fließgewässernetz auf dem Stadtgebiet. Neben den prägenden Flüssen Lech und Wertach gehören auch eine Vielzahl von Kanälen und vom Grundwasser gespeiste Quellbäche dazu. Sie weisen viele besondere Lebensräume und eine hohe Biodiversität auf. Der Bevölkerung sind diese wichtigen Teile der Stadtnatur und seine Funktionen aber wenig bekannt und bewusst. Das soll sich mit dem Projekt Natürlich.WasSerleben.Augsburg ändern: Eine breit angelegte Kampagne lässt die Stadtgesellschaft über zwei Jahre hinweg mehr über den ökologischen Wert ihrer zahlreichen Fließgewässer erfahren und macht deren Vielfalt erlebbar.

Um das zu erreichen, wird die Aufmerksamkeit der Bevölkerung mit Installationen und Aktionen immer wieder auf die Gewässer im Stadtgebiet gelenkt. Zu Beginn werden an mindestens 250 Brücken Schilder angebracht, die darüber informieren, welcher Bach soeben gequert wird. Aus der Anonymität wird somit Identität.

Die Bäche in der Stadt bieten einmalige Gelegenheiten zur Naturbeobachtung, zum Beispiel von Wasseramseln, Eisvögeln, Prachtlibellen undverschiedenen Fischarten. Die besonders gut dafür geeigneten Orte werden als Bacherlebnisplätze gekennzeichnet und mit Informationstafeln versehen, die zur Aufmerksamkeit anregen. Naturschutzmaßnahmen an den Bächen ergänzen das Projekt.

 

Touren – geführt und auf eigene Faust

Im Rahmen des Projektes werden auch diverse thematische Touren entwickelt und angeboten. Dabei geht es zum einen darum, die Bäche auf eigene Faust zu entdecken – zum Beispiel mit jugend-affinen Geocaching-Touren zu geheimnisvollen Bachorten, oder als Hörwanderung in Form von Audioguides. Zum anderen wird es angeleitete Führungen geben, als zielgruppenspezifische Angebote für Touristen-, Schulklassen- und Kindergartengruppen. Dafür werden Stadtführer und Umweltbildungsakteure entsprechend geschult.

Einen weiteren Zugang zum Thema urbane Biodiversität bieten Kunst- und Kultur-Events. Theater, Landart-Performance, eine Fotoausstellung und Vorträge im räumlichen und thematischen Umfeld der Stadtbäche sind ebenso Bestandteil des Projektes. Hinzu kommen eine eigene Homepage, Facebook-Präsenz und weitere medienwirksame Aktionen.

 

UNESCO Welterbe?

Das Projekt Natürlich.WasSerleben.Augsburg hat noch eine weitere, ganz eigene Besonderheit: Es steht nicht nur für sich selbst, sondern ist als Unterstützung für eine größere, übergeordnete Idee gedacht. Die Stadt Augsburg plant, sich mit seinem seit 600 Jahren bestehenden System der städtischen Wasserversorgung für eine Anerkennung als UNESCO-Welterbe zu bewerben. Dabei geht es vornehmlich um die technikhistorisch bedeutenden Einrichtungen. Mit dem Fokus des Projekts Natürlich.WasSerleben.Augsburg auf die Natur entlang der Stadtbäche können auch Aspekte der Biodiversität im urbanen Raum in diese Bewerbung einfließen.

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Ehrenpreis: Dr. Heidrun Heidecke

Dr. Heidrun Heidecke in der Goitzsche. Foto: Andreas Hiepel

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Die Diplompädagogin und frühere Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft von Sachsen-Anhalt, Dr. Heidrun Heidecke, erhält den Ehrenpreis des Deutschen Naturschutzes 2012. Die Jury des Deutschen Naturschutzpreises würdigt damit ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement für den Naturschutz. Auf sehr persönliche Weise hat sie zur Akzeptanz des Naturschutzes vor Ort beigetragen hat.

 

Visionärer Weitblick

Heidrun Heidecke setzt sich seit über 20 Jahren für Naturschutzprojekte ein – sowohl haupt- als auch ehrenamtlich. Ein herausragendes Beispiel ihres so leidenschaftlichen wie erfolgreichen Wirkens ist das von ihr initiierte Projekt „Goitzsche-Wildnis“: Dieses Renaturierungsprojekt hat ein einstmals karges und trostloses Tagebaurestloch bei Bitterfeld in ein heute attraktives Naturschutz- und Naherholungsgebiet verwandelt. Ihrem visionären Weitblick ist es zu verdanken, dass 1300 Hektar wertvolle Naturschutzflächen, über Spenden und Fördermittel finanziert, von der BUND-Stiftung erworben, und damit dauerhaft gesichert werden konnten.

 

Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft

Heidrun Heidecke wurde am 1. Juli 1954 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das sie als Diplompädagogin für Biologie und Chemie abschloss, arbeitete sie als Lehrerin. Zu dieser Zeit war sie bereits in verschiedenen Umweltgruppen des Kulturbundes der DDR aktiv.

1989 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Grünen Partei der DDR im Bezirk Magdeburg. Von 1990 bis 1994 war sie parlamentarische Geschäftsführerin und umweltpolitische Sprecherin der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ im Landtag von Sachsen-Anhalt. In der Wahlperiode 1994 bis 1998 schließlich war sie Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Im Anschluss daran begann sie ihre ehrenamtliche Tätigkeit für den Vorstand des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dort ist sie für die Koordination von Naturschutzprojekten zuständig, seit 2007 bis zum Jahresende 2012 hauptamtlich. Daneben unterrichtet sie seit über zehn Jahren als Gastprofessorin und Dozentin an Hochschulen. 2004 promovierte sie an der Universität Gesamthochschule Kassel über Planungsprozesse in Bergbaufolgelandschaften.

 

Einsatz für die Wildkatze

Im Rahmen ihrer Tätigkeit für die BUND-Bundesgeschäftsstelle in Berlin war Heidrun Heidecke Mitglied der DNR-Strategiegruppe zum Nationalen Naturerbe (NNE). Dort trug sie aktiv zum Gelingen des bisherigen Übertragungsprozesses zur langfristigen Sicherung von wertvollen Naturschutzflächen. Intensiv ist Heidecke heute am BUND-Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ beteiligt.

 

Mit Leidenschaft ehrenamtlich

Zum Jahresende 2012 beabsichtigt Heidrun Heidecke ihre hauptamtliche Tätigkeit beim BUND zu beenden. Dann möchte sie sich ehrenamtlich wieder verstärkt um das von ihr initiierte Projekt „Goitzsche-Wildnis“ widmen, das ihr besonders am Herzen liegt. In Kindercamps führt sie Stadtkinder an das Erleben der „wilden“ Natur heran. „Die ehrenamtliche Arbeit ist für mich von zentraler Bedeutung“, sagte sie einmal in einem Interview. Sie brauche immer die Rückkopplung zur Basis.

 

Veröffentlichungen

Auch als Autorin von Fachartikeln bereichert Heidrun Heidecke die naturschutzfachlichen Diskussionen. In vielen ihrer Texte, u.a. in „Natur und Landschaft“, geht es darum, wie sich Wildnisgebiete in Kulturlandschaften integrieren lassen und wie die biologische Vielfalt hierzulande besser geschützt und erhalten werden kann.

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