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Deutscher Naturschutzpreis 2013 verliehen

Förderpreise gehen an Projekte aus Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Auenexperte Prof. Emil Dister erhält den Ehrenpreis. Online-Abstimmung kürt 20 Gewinner mit dem Bürgerpreis. |Zur Meldung >>

Bewerbungsphase 2013 beendet

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Ehrenpreisträger 2011, Dr. Georg Sperber, Foto: privat

Ehrenpreis 2011 – Dr. Georg Sperber

Der Forstdirektor a. D. Dr. Georg Sperber wird für sein langjähriges herausragendes persönliches Engagement für den Waldnaturschutz ausgezeichnet.

Bonn, 17. November 2011 – Vor zahlreichen Gästen aus Gesellschaft und Politik wurde heute in Bonn der Deutsche Naturschutzpreis 2011 verliehen. Aus den Händen von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen erhielt der Forstdirektor a. D. Dr. Georg Sperber den mit 10.000 Euro dotierten Ehrenpreis. Mit dem Preis würdigt die Jury unter Vorsitz der Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Prof. Beate Jessel, das herausragende Engagement von Sperber, der sich seit Jahrzehnten für den Naturschutz in Deutschland, insbesondere in Waldgebieten, einsetzt. Der Deutsche Naturschutzpreis stand 2011, im Internationalen Jahr der Wälder, unter dem Motto „Zukunft Wald – schützen, erleben, nutzen“.

Er wisse die Anerkennung zu schätzen, sagte Sperber bei der Entgegennahme der Auszeichnung. Das Jahr der Wälder sei in Deutschland überlagert durch den offenen Konflikt über den künftigen Weg im Waldnaturschutz zwischen der Nutzung und dem Schutz der Wälder. In diesem Problemfeld habe er sich im Beruf als Forstmann und als Bürger in Öffentlichkeitsarbeit sowie im Verbandsnaturschutz stets um realisierbare Lösungen bemüht, so der Preisträger weiter. Mit dem Preisgeld wolle er das Projekt  "Haus der Buchen" mit einem  Buchenwaldreservat im Landkreis Bamberg unterstützen. Das Projekt setzt sich für den Schutz der wertvollen Rotbuchenwälder im Steigerwald ein.

Sperber hat bereits früh eine Vorreiterrolle für eine nachhaltige naturverträgliche Waldwirtschaft eingenommen und sich dabei oftmals gegen vorherrschende Ansichten und gängige Forstpraktiken gestellt. Mit viel Ausdauer und Überzeugung trug er entscheidend dazu bei, ein neues Bewusstsein für den Wald zu schaffen. Seine Aktivitäten in seinem langjährigen Forstamt im Steigerwald erwarben bundesweite Aufmerksamkeit und Anerkennung. „Sein“ Wald ist heute eine forstlich-naturschützerische Vorbildfläche für viele Forstleute, Studenten und Naturinteressierte. „Der Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume“ - diesen Spruch hat er geprägt und konsequent in seinen Aktivitäten umgesetzt.

Sperber wurde 1933 in Nürnberg geboren. Nach seinem Studium der Forstwissenschaften und anschließender Promotion legte er die Große Forstliche Staatsprüfung in der bayerischen Staatsforstverwaltung als Jahrgangsbester ab. Im Anschluss arbeitete er in verschiedenen Positionen im Bayerischen Staatsforstdienst und war von 1969-1972 als stellvertretender Leiter maßgeblich am Aufbau des ersten deutschen Nationalparks im Bayerischen Wald beteiligt.

Zusammen mit Hans Bibelriether setzte er gegen große Widerstände aus dem Forst- und Landwirtschaftsministerium und starken Bedenken von Seiten der Bevölkerung Konzepte für eine Schaffung von Urwäldern in Deutschland in die Tat um. Heute gilt der Bayerische Wald als das „Grüne Dach Europas“ und selbst die vom Borkenkäfer befallenen Fichtenflächen zeigen die enorme Regenerationskraft des Waldes und entwickeln sich zu dem einstmals visionären Urwald.

Von 1972 bis zu seiner Pensionierung 1998 leitete Sperber – zuletzt als Forstdirektor – das Forstamt Ebrach. Im Steigerwald bewies der Forstmann, dass sich Naturschutz und ein nach-haltig genutzter Wald verbinden können. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung und Pflege konnte der Rückgang der Buche gestoppt und der Aufbau eines gesunden Mischwalds gefördert werden. Mit unterschiedlichen Maßnahmen zur Naturverjüngung förderte er die Artenvielfalt im Wald und schaffte mit großem Einsatz eine Bewusstseinsbildung und Akzeptanz bei der Bevölkerung.

Seit 1998 befindet er sich im sehr aktiven Ruhestand und engagiert sich weiterhin auf vielfältige Weise für den deutschen, aber auch den internationalen Wald. In seinem alten Wirkungskreis Steigerwald setzt sich Sperber für die Umwidmung von ca. 10.000 Hektar des dortigen Naturparks in einen Nationalpark ein. Auf internationaler Ebene vertrat Sperber Deutschland als „Klimazeuge“ im Rahmen des gleichnamigen Projekts des World Wide Fund for Nature und berichtete in Brüssel vor Länderabgeordneten und Mitgliedern des Parlaments über seine Erfahrungen mit dem Klimawandel.

Auch als Buchautor bereichert Sperber das Wissen um den Wald und fördert das Bewusstsein für seinen Schutz. Neben einer Vielzahl von forst-waldbaulichen, jagdlichen und naturschutzfachlichen Publikationen verfasste er in der Diskussion um das Waldsterben zusammen mit zwei Co-Autoren 1984 den Bericht „Die Lage des Waldes“, der zeitweise auf der Bestsellerliste des Spiegels stand. Seine jüngsten Buchveröffentlichungen sind die Bildtextbände „Urwälder Deutschlands“ und „Frankens Naturerbe Buchenwälder im Steigerwald“.

Das Wirken von Dr. Georg Sperber wurde bereits mit einer Vielzahl von Ehrungen und Preisen anerkannt, darunter der Lorenz-Wappes-Preis des Deutschen Forstvereins, der Naturschutz-Preis der Karl-und-Emmy-Kaus Stiftung, der Kulturpreis des Steigerwald-Clubs sowie die Karl-Gayer-Medaille vom Bund Naturschutz, Bayern.

In einem Interview des Verbands Weihenstephaner Forst -und Ingenieursleute wurde Sperber anlässlich seiner Pensionierung gefragt, ob sich sein Einsatz gelohnt habe: „Ich bin ein ungeduldiger Mensch, der anspruchsvolle Forderungen sich und seiner Mitwelt zumutet. Doch vergleiche ich die Ausgangslage der 1970er Jahre, die Vorstellungen unserer Gegenspieler in der Auseinandersetzung um das Nationalpark-Konzept, deren Einschätzung von uns „Naturgemäßen“ als „forstliche Zeugen Jehovas“ (...), die traditionellen Schwierigkeiten der Naturschützer im Umgang mit unseren Wäldern und gar das verkrampfte Festhalten der großen Jägerorganisationen an ihren vermeintlich ewigen Werten, dann, ja dann haben sich die Dinge doch erstaunlich positiv entwickelt für mich, meine Mitstreiter und Weggefährten“.

Der Deutsche Naturschutzpreis
Der Deutsche Naturschutzpreis wird als Förderpreis einmal jährlich im Rahmen eines zweistufigen Wettbewerbs vergeben. Herausgeber sind das Bundesamt für Naturschutz und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin. Der Preis fördert Naturbewusstsein und bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz. Ausgezeichnet werden originelle, zukunftsweisende und vorbildliche Projektideen zum Naturschutz, zur Naturbildung und zum Naturerleben. Bewerben können sich ehrenamtlich engagierte Einzelpersonen sowie nichtstaatliche und gemeinnützige Organisationen. Das von Jack Wolfskin gestiftete Preisgeld von insgesamt 250.000 Euro dient der Umsetzung der Projekte und wird auf die Preisträger aufgeteilt. 2011 stand der Preis unter dem Motto „Zukunft Wald – schützen, erleben, nutzen“. Neben dem Förderpreis für originelle Projektideen wird ein Ehrenpreis für herausragendes persönliches Engagement im Naturschutz verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert, die ebenfalls aus der Stiftungsumme stammen. Die Entscheidung über die Vergabe trifft die Jury des Deutschen Naturschutzpreises. Weitere Informationen zum Deutschen Naturschutzpreis: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Ansprechpartner für die Presse:     

Bundesamt für Naturschutz
Franz August Emde
Referatsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn
Tel: 0228 8491-4444, Fax: -1039
E-Mail: Presse@BfN.de

Jack Wolfskin Ausrüstung für Draussen GmbH & Co. KGaA
Thomas Zimmerling
Pressesprecher
Jack Wolfskin Kreisel 1
65510 Idstein/ Ts.
Tel: 06126 954-301, Fax: -444301
E-Mail: Thomas_Zimmerling@jack-wolfskin.com


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