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Neue (alte) Heimat für Laubfrosch und Kammmolch – Wiederansiedlungsprojekt in Niederbayern

94315 Rainer Wald bei Straubing

Neue (alte) Heimat für Laubfrosch und Kammmolch – Wiederansiedlungsprojekt in Niederbayern

Im Schutzgebiet Rainer Wald des „Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V.“ soll ein bestehender Naturteich durch weitere Kleingewässer ergänzt und so Laubfrosch und Kammmolch wieder angesiedelt werden. Kindergruppen, Schulklassen und die Bevölkerung sollen sich am Projekt beteiligen. Träger ist die LBV-Kreisgruppe Straubing-Bogen. Mittel für Info- und Lehrmaterialien fehlen noch.

Obwohl fast jeder seinen Namen kennt, haben nur wenige schon einmal einen Laubfrosch in der Natur gesehen. Der Laubfrosch gehört zu den am stärksten gefährdeten Amphibienarten Mitteleuropas. In unser intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft bleibt immer weniger Raum für saubere Kleingewässer, in denen seine Kaulquappen aufwachsen können, und Gehölzstrukturen wie naturbelassene, sonnige Waldränder, in denen die erwachsenen Frösche Nahrung und Unterschlupf finden. Auch der bis zu 18 cm große Kammmolch ist durch Lebensraumverlust bedroht.

In der Nähe von Straubing (Niederbayern), im Herzen des 240 Hektar großen LBV-Schutzgebietes Rainer Wald, sollen beide Arten wieder angesiedelt werden. In den letzten Jahrzehnten sind sie durch Zerstörung von Laichgewässern, Trockenlegung von Feuchtgebieten und intensive Landnutzung im weiten Umfeld ausgerottet worden. Durch die Schaffung des Schutzgebietes bietet der vielseitig strukturierte Rainer Wald jedoch ausgezeichnete Voraussetzungen für ein Wiederansiedlungsprojekt. Hier fühlt sich beispielsweise auch der Biber wohl und prägt mit seiner Aktivität weite Bereiche.

Ein bestehender Naturteich auf einer Waldwiese soll durch weitere Kleingewässer ergänzt werden. Der bestehende Teich ist über einen öffentlichen Waldweg gut erreichbar und wird auch bereits für Umweltbildungsmaßnahmen genutzt. Diese günstige Ausgangssituation soll für das Projekt genutzt werden: durch Beteiligung von Kindergruppen, Schulklassen und anderen Interessierten soll der Bevölkerung vor Ort die Möglichkeit gegeben werden, die Rückkehr von Laubfrosch und Kammmolch hautnah zu erleben und zu begleiten. Mitwirkung beim Einsetzen nachgezüchteter Amphibien, von Experten betreute Exkursionen zum Standort in der Folgezeit und Schulprojekte im Biologieunterricht sind nur einige der geplanten Aktionen. Die Menschen vor Ort sollen Wert und Schönheit der Natur ihrer Heimat unmittelbar erleben und so nachhaltig vom Sinn des Naturschutzes überzeugt werden.

Was macht das Projekt besonders preiswürdig?

Besonderer Wert wird auf die Beteiligung der lokalen Bevölkerung, insbesondere junger Menschen gelegt. Erlebnisse und Erfahrungen die die Teilnehmer dabei machen, sollen das Verständnis für Natur und Naturschutz generell verbessern. Als europaweit gefährdete Art und Sympathieträger ist der Laubfrosch ein besonders geeigneter „Botschafter“ für dieses Anliegen. Mit dem Projekt wird ein Beitrag zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie der Bundes- und Landesregierung geleistet.

Wofür wird das Preisgeld verwendet?

Das Preisgeld soll für alle Maßnahmen eingesetzt werden, die der Einbindung der Bevölkerung vor Ort dienen. Dazu können beispielsweise gehören: Unterstützung von am Projekt beteiligten Schulklassen oder Kindergruppen (auch Behindertengruppen) durch Fahrtkostenzuschüsse und Ausstattung mit Exkursionsmaterialien wie Keschern und Lupen. Aufwandsentschädigungen für Exkursionsbetreuer; Entwicklung, Druck und Verteilung von Info- und Lehrmaterialien (Arbeitsblätter, Quiz etc.); Aufstellen von Informationstafeln; begleitende Vorträge von Experten; Malwettbewerb oder Preisausschreiben für Grundschüler.

Eingereicht von

Dr. Martin Werneyer

Verein, Organisation, Initiative

1. Vorsitzender LBV-Kreisgruppe Straubing-Bogen

Beteiligte Organisationen

Die Wiederansiedelung der Amphibien wird vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden realisiert. Die LBV-Kreisgruppe Straubing-Bogen wird ihre lokalen Kontakte einsetzen um Kindergruppen, Schulen und andere interessierte Bevölkerungsteile einzubinden. Ebenfalls eingebunden sind als Fachleute und Ansprechpartner der LBV-Schutzgebietsbetreuer für den Rainer Wald und der Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, der auch Projektpate ist.

Pate

Dr. Franz Leibl,

Leiter Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

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