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Grünland in der Schunteraue – Erhalt von Artenvielfalt rund um Hondelage

38108 Braunschweig/ Hondelage

Grünland in der Schunteraue – Erhalt von Artenvielfalt rund um Hondelage

Durch Renaturierungsmaßnahmen ist die Schunter wieder ein Lebensort für Pflanzen und Tiere sowie Naherholungsgebiet. Wasserbüffel und Schwarzbuntes Niederungsvieh fanden auf dem Grünland durch ein Beweidungsprojekt eine neue Heimat. Träger des Projekts ist der Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage e. V., der sich mit dem Preisgeld für die Ansiedlung des Moorfrosches an der Schunter einsetzen wird.

Die Überschwemmungsflächen entlang der Schunter zwischen Hondelage und Dibbesdorf wurden mindestens seit dem Mittelalter landwirtschaftlich, vorrangig als Viehweiden, genutzt. Bis in die 1980er Jahre wurden Milchkühe jeden Sommer auf die feuchten Weiden getrieben. Zwischen 2009 und 2011 erfolgte eine weiträumige Umgestaltung von Flächen im Rahmen der Schunterrenaturierung. 2012 wurde dem Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage (fun) ein extensives Beweidungsprojekt angeboten. Insgesamt wurden hierfür ca. 20 ha Grünland in 7 Bereiche unterteilt und eingezäunt. Die errichteten Zäune entsprechen dem Stand der Technik und den Vorgaben zum Tierschutz und zur Hütesicherheit der Tiere. Unterstände ermöglichen den Weidetie¬ren Schutz bei widriger Witterung, sie finden hier eine frostsichere Tränke, können zugefüttert und veterinärmedizinisch versorgt werden.

Bei unserem Beweidungsprojekt haben wir uns zunächst für einen Besatz mit in Europa und Deutschland schon sehr lange gehaltenen Wasserbüffeln entschieden. Ausschlaggebend war, dass diese domestizierte Rinderrasse bestens an die feuchten Bedingungen der Aue angepasst ist. Wasserbüffel sind genügsam, fressen auch nicht so schmackhafte Pflanzen und halten insbesondere die Flutrinnen vor einem Zuwachsen mit Gehölzen offen. Auch haben sie kaum Klauenprobleme.

Mit dem Einsatz von Schwarzbuntem Niederungsvieh, einer vom Aussterben bedrohten Rinderrasse, möchte der fun aufzeigen, wie noch vor drei Jahrzehnten das Grünland im Sommer beweidet wurde. Die Haltung erfolgt für beide Rassen extensiv und ganzjährig draußen in Mutterkuhhaltung. Jeweils ein Bulle sorgt für Nachwuchs. Die Tiere haben auf allen Weiden Schattenplätze, Salzlecken und Schubberbäume. Sie können aus und in den dafür vorgesehenen Gewässern trinken und baden. Auch Sand und Schlammplätze werden zum Suhlen und zur Fellpflege angenommen.

Was macht das Projekt besonders preiswürdig?

Am Beweidungsprojekt erfreuen sind sehr viele Leute. Artenschutz, Tierschutz und Landschaftserleben können spielerisch umgesezt werden. Ein Team von derzeit 14 Personen teilt sich die Arbeit wie Umtreiben, Zaunkontrolle, Tiergesundheit, Fütterung und Vermarktung. Regelmäßig kommen Schulklassen zu Besuch, um etwas über die artgerechte Tierhaltung zu erfahren. Der fun ist der einzige Betrieb in Hondelage, der Rinder in hält. Schwarzbunte Kühe in Braunschweig hält.

Wofür wird das Preisgeld verwendet?

Für die Ansiedlung des Moorfrosches in der Schunteraue.
Nach Abschluss der Renaturierung der Schunteraue im Bereich von Hondelage/Dibbesdorf haben sich durch eine Vernässung der Schunterwiesen auch die Habitatstrukturen für aquatische Lebensgemeinschaften erheblich verbessert. Diese Strukturen wären gerade zu ideale Laichhabitate für den Moorfrosch, der bereits seit vielen Jahren hier nicht mehr vorkommt. Als Rückzugsgebiet findet sich jedoch eine ungefährdete Population im etwa 6 km entferntem Naturschutzgebiet Riddagshausen. Da eine Einwanderung über die dichte Wohnbebauung und das vielbefahrene Straßennetz nicht mehr möglich erscheint, möchten wir den Moorfrosch wieder hier ansiedeln. Die Genehmigung wurde uns bereits erteilt. Die Ansiedlung darf nur ein erfahrenes Büro übernehmen.

Eingereicht von

Dr. Bernd Hoppe-Dominik

Verein, Organisation, Initiative

Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage e.V.: gemeinnütziger Verein mit dem Schwerpunkt "Naturschutz vor der Haustür"

Beteiligte Organisationen

Untere Naturschutzbehörde Stadt Braunschweig; Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Pate

Ulrich Kahrmann,

Unterte Naturschutzbehörde

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